Irgendwas mit Medien studieren – gute Idee?

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Irgendwas mit Medien – der Standardspruch, wenn man medienbesessen ist und später gerne in diesem Berufsfeld arbeiten möchte. Mein Spruch war das zwar nie, weil mir ziemlich schnell deutlich wurde, dass die Medien irgendwie doch sehr überlaufen sind und das ergo auch ein ziemlich unsicheres Berufsfeld ist. Als Kind war ich immer mit meiner Digitalkamera unterwegs, habe gefilmt, sogar mit 10 Jahren gevloggt (:D) und Zeitungsartikel für mich geschrieben. Kurzum: die Medien haben mich mit ziemlicher Wucht getroffen und dieser Effekt ist bis heute verblieben.

Doch irgendwie bin ich doch bei den Medien hängen geblieben und zwar bei den Neueren: Computer, Social Networks und Co. haben sich bei mir zu den All-Time-Favouriten gemausert und hier sehe ich mich in meiner Zukunft – auch deswegen hab‘ ich mich entschieden, anzufangen zu bloggen. Nun, wie sollte ich mir denn die Grundlage erschaffen, um später eine Chance in diesem Spektrum zu bekommen?

Über Umwege dann doch die Medien

Lange Geschichte, kurz erläutert: nach einer gescheiteren ersten FSJ-Woche habe ich mein geplantes FSJ abgebrochen, mich spontan noch im Losverfahren an der nächsten Uni beworben und zwei Zusagen bekommen: Japanologie und Spanisch. Japanisch war mir durch meine Gastschwester Rika geläufig und Spanisch mochte ich in der Schule immer ziemlich gerne und generell fällt es mir relativ leicht, Sprachen zu lernen. Also entschloss ich mich, das Zulassungsangebot anzunehmen und erst einmal drauf los zu studieren. Das klappte auch wunderbar und ich war für die ersten zwei Semester äußerst zufrieden. Da sich aber parallel der Wunsch entwickelte, doch in die Medien zu gehen und einfach mal den Versuch zu wagen, habe ich mich zum nächsten Semester dann für Medienwissenschaft und BWL eingeschrieben – und bin parallel bei meinen anderen Fächern geblieben. „Das geht?“ ist wohl ziemlich die häufigste Frage, die ich nach meiner Geschichte bekomme und ja, das klappt, auch wenn es sehr zeitaufwändig ist und ich mich relativ schnell von der Regelstudienzeit verabschieden musste. Heute möchte ich euch ein wenig über meinen Studiengang erzählen und berichten.

Medienwissenschaft ist Theorie

Nach zwei Semestern als Medienwissenschaftsstudentin bekomme ich von vielen mit, die das Studium schmeißen und entgültig wechseln, weil sie enttäuscht wurden. Viele haben mit mehr praxisorientierter Arbeit gerechnet und auch nicht mit so vielen Texten, die jede Woche durchgearbeitet werden sollten. Also kurz vorab: wer gerne filmen, fotografieren oder Hörfunk betreiben möchte, ist mit Medienwissenschaft vielleicht nicht ganz so richtig. Ganz deutlich: Medienwissenschaft kann sehr trocken sein und funktioniert hauptsächlich mit Theorien. An der Uni wird es nun einmal als Wissenschaft gelehrt und das sollte einem bewusst sein. Gerade an vielen Fachhochschulen wird sehr viel mehr praktisch gearbeitet und bietet vielleicht bessere Chancen, später in einem „praktischen“ Beruf Fuß zu fassen. Nicht, dass Medienwissenschaftler gar keine Chancen auf praktische Arbeiten haben, aber diese sollte man vorher unbedingt durch Praktikas erlernen und viele, viele Berufserfahrungen sammeln.

Was lernst du in Medienwissenschaft?

Mir selbst gefällt das Studium. Ich lese gerne die Texte, auch wenn diese oft nicht ganz so einfach sind und unheimlich viel erscheinen. 40-70 Seiten die Woche sammeln sich da schon einmal an, aber meist reicht es auch, diese zumindest zu verstehen und grob zu überfliegen. Gerade in den ersten zwei Semestern werden viele Grundlagen vermittelt und vor allem der Begriff eines Mediums definiert. Wer also nur von Fernseher, Film oder Radio träumt, vergisst Bücher oder die Schrift als weitere Medien. Von Platon angefangen – ganz unphilosophisch sollte man also auch nicht sein, über sämtliche Wissenschaftler, die in der Medienwissenschaft hoch angesehen werden, ist alles mit dabei. Ich füge an dieser Stelle mal ein bis zwei Texte ein, die zum Beispiel besprochen wurden. Doch wer sich damit auseinandersetzen möchte, bekommt auch wunderbare Einblicke in die Geschichte über Medien oder bespricht aktuelle Themen in Medienethik oder die ökonomische Seite wird betrachtet und auch gerade in den Seminaren kann viel diskutiert werden und das macht am meisten Spaß. Ein Thema und das auch mein Lieblingsthema in einer Sitzung: Wie ist es moralisch und ethisch vertretbar, dass BibisBeautyPalace auf Youtube ihrem sehr jungen Publikum Produktplatzierungen präsentiert?

Die Uniwahl – Bochum

Für mich war es aufgrund meiner Fächerkombination relativ schnell klar, dass ich gerne in Bochum an der Ruhr Universität studieren wollte. Vorher hatte ich mich noch über Münster und dessen Studiengang „Kommunikationswissenschaft“ informiert, aber dies hätte man nur als Einfach-Bachelor studieren können beziehungsweise hätte ich mich nicht für ein Zweitfach entscheiden können. Der NC schwankt von Uni zu Uni. In Bochum liegt dieser aktuell immer so bei 1,7-2,0, in Münster ist dieser auch in diesem Bereich, meist aber ein bisschen höher und bei 1,7. Ich empfehle, sich vorher gut zu informieren und sich an mehreren Unis zu bewerben, um nicht einfach so ohne Zulassung dazustehen. Des Weiteren finde ich es total wichtig, sich gut mit dem Studienverlaufsplan auseinander zu setzen. Meist findet man diesen auf der Homepage der Fakultät und dort wird erläutert, welche Module man in welchem Semester absolvieren sollte. Außerdem ist es immer empfehlenswert, sich einfach mal in eine Vorlesung zu setzen und reinzuschnuppern. Hier wird nie kontrolliert und ihr habt eine Chance, einen kleinen Einblick zu bekommen. Falls ihr euch das nicht traut, könnt ihr auch immer noch das kommentierte Vorlesungsverzeichnis zu Rate ziehen und einfach mal lesen, ob ihr die angebotenen Sachen für interessant befindet.

Empfehlung?

Wenn man sich vorher ausgiebig damit beschäftigt hat, was Medienwissenschaft überhaupt erst einmal ist, dann kann man meiner Meinung nach nicht so ganz daneben liegen. Ich liebe das Fach und bin wahnsinnig froh, es studieren zu dürfen. Klar hab ich mal einen Hänger (wie zum Beispiel meine nicht fertige Hausarbeit 😀 ), aber irgendwann kommt die Leidenschaft dann wieder. Wenn ihr noch genauere Fragen habt, zögert nicht, hier zu kommentieren oder mir eine Mail zu schreiben. Ich beantworte so gut ich kann und wünschte, dass ich damals auch die Möglichkeit gehabt hätte, andere Studierende zu fragen. Ihr könnt aber natürlich auch immer die Leute in den Fachschaften – meist gibt es auch Facebook-Seiten von diesen- anschreiben oder die Studienberatung konsultieren.

Im Anhang habe ich mal ein Video gedreht, wo ich den ganzen Beitrag quasi noch einmal verfilmt habe:

 

 

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