Angekommen in Irland – ahhhh

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Uiiii, und jetzt bin ich hier: Irland. Lange geplant und jetzt endlich der erste Tag des Abenteuers. Aufgeregt war ich eigentlich nicht wirklich – bis gestern. Am Samstag wurde ich noch mit einer kleinen Überraschungs-Abschiedsparty bei mir zuhause überrascht (danke dafür noch einmal an Lina und Anni), am Sonntag das gemütliche Frühstücken mit ein paar Leuten, am Montag dann mit meiner Patentante entspannt gequatscht und am Dienstag trauernd meine Geige wieder abgegeben, sitze ich nun hier am Donnerstagabend in meinem Zimmer im Studentenwohnheim in Cork.

Der Tag der Abreise

Gestern morgen war mir dann doch etwas mulmig zumute. Nicht die Distanz scheute ich, sondern eher dem ganzen Orga-Krams wie den Bus vom Flughafen weg in die Stadt oder das morgige Treffen auf den Hausmeister ließen mich unruhig werden. Nach kurzem, schmerzlosen Abschied morgens um 7 von Mama, packte ich noch ein paar Sachen ein, aß zum letzten Mal meine geliebten Laugenbrezel ;((( und habe meine Schwester aus der Ferne gedrückt, weil diese kränkelte. Papa brachte mich dann nach Dortmund zum Bahnhof, wo ich in den RE Richtung Düsseldorf stieg. 20 Minuten später dann erster Horrormoment: Der Zug hat ein technisches Problem und muss ausfallen. In Gedanken rechnete ich alle Zeiten aus und war froh, doch einen Zug eher genommen zu haben. Ein paar Minuten später wurde jedoch ein ICE freigegeben und so konnte ich meine Fahrt entspannt fortsetzen und war nur 5 Minuten später als geplant am Flughafen. Dort konnte ich mich erst einmal zurücklehnen, da der Check-In-Schalter erst eine halbe Stunde später öffnete.

19.9 kg und 9.7 kg Gepäck

Ja, das muss man mir lassen: auf das Gramm Packen gehört wohl zu meinen Stärken. Genaue 19.9 kg brachte der große Koffer auf die Waage und auch mein Handgepäck konnte mit 9.7 kg kostenlos verbucht werden und somit hatte ich freie Hände, um mich auf den Weg in den Sicherheitsbereich zu machen. Schnell kontrolliert begab ich mich dann auf die Suche nach dem Gate und konnte dort weiter mein Buch verschlingen (Billy and me). Der Flieger hob eine Stunde später ab und ab da war zumindest ein Teil meiner Nervosität verflogen. Neben mir saß eine Frau mit Flugangst und diese wurde so liebevoll von den Stewardessen und Stewards versorgt, dass ich voller Harmonie Aer Lingus am liebsten tausend Küsse geschickt hätte. In Cork angekommen bekam ich dann relativ zügig mein Gepäck, was mir aber nicht viel brachte, weil die Busse, die in die Stadt fuhren, erst einmal alle mit Passagieren voll waren, sodass ich keinen Platz mehr erwischen konnte und damit auf den nächsten Bus warten musste. Endlich kam dann 1 1/2 Stunden später mein Transfer via City. An der Bus Station in Cork lud erst einmal Google Maps nicht, aber dank Wifi aus einem Mülleimer fand ich dann mein Hostel, welches auf dem Hügel liegen musste – mit 2 Koffern nicht gerade angenehm :D.

Im Hostel stellte ich den einen Koffer in den Gepäckraum und machte mich auf den Weg zum örtlichen Tesco, weil mein Magen schon seit 5 Uhr knurrte. Nudeln und die leckere Sauce, die ich aus London kannte, waren mein Abendessen. In der Küche lernte ich noch einen Spanier, eine Schweizerin und einen Neuseeländer kennen, mit denen ich gemeinsam aß, mich unterhielt und den größten Teil des Abends verbrachte. Ich verabschiedete mich dann aber noch schnell und ging dann doch etwas durchzecht schlafen. Relativ gut geschlafen habe ich dann schon – abgesehen von den Männern im Schlafsaal, die gerne mal schnarchten :D.

Mit schweren Koffern ans andere Ende der Stadt

Am nächsten Morgen gab es dann Free Breakfast – Toast mit Marmelade, aber lecker. Anschließend sammelte ich meine Klamotten zusammen und es ging dieses Mal Richtung Wohnheim. Nach 20 anstrengenden Minuten (ich habe selbst Muskelkater) stand ich vor dem Komplex und musste erst einmal den Hausmeister erreichen. Mein Telefon funktionierte nur semigut, sodass es ein „Hello?“-„Hello?“ Gespräch wurde. Nach dem dritten Anruf klappte es dann doch noch und wir konnten uns verständigen, dass Mick (der Hausmeister) in 10 Minuten bei mir wäre. Dieser kam dann auch relativ zügig und zeigte mir den Laundry Room, den Fahrradparkplatz und abschließend mein Zimmer. Dieses hatte ich mir genauso vorgestellt, wie es auch aussah. So typisch Wohnheim halt :D.

Ein paar Minütchen später begab ich mich in Richtung Office, um mein Lease Agreement abzugeben. Dort erhielt ich auch mein Wifi-Password und allgemeine Informationen, wo ich was kaufen könne. Dies erledigte ich dann auch schon auf dem Rückweg: da mir Oberbett, Bettbezüge und Co. fehlten, empfahl man mir Penneys (das irische Äquivalent zu Primark) und dort wurde ich auch fündig. Bei Tesco nahm ich dann noch eine SIM-Card mit und als ich diese an einem Automaten auftoppen wollte, ging dieser kaputt und behielt meine 15€ in sich.:( Der Automat gehörte leider nicht zu Tesco und somit konnte mir dort keiner helfen und auch die Auskunft des Automaten und dessen Besitzer halfen mir nicht weiter. Das nächste Mal überweise ich lieber das Geld direkt. 😀

Zuhause angekommen (bis dahin ist es wirklich ein ganzer Fußmarsch und ich brauche somit dringend ein Fahrrad!) dekorierte ich schon einmal mein Zimmer und packte alle Koffer aus. Durch meine Lichterkette wurde das ganze auch ziemlich wohnlich und nachdem ich meine beiden Mitbewohnerinnen – Bailey und Suzanne – kennenlernte, wurde alles noch viel freundlicher. Die Beiden kommen aus den USA und bleiben genauso wie ich ein Semester. Die vierte Mitbewohnerin ist noch nicht eingezogen und ich bin auf diese genauso gespannt.

Den Lidl besuchte ich dann auch noch und ja, die Lebensmittelpreise sind echt nicht mit den deutschen zu vergleichen. Hier in Irland zahlt man doch ganz schön drauf und gerade frische Sachen wie Gemüse kauft man hier im Sommer zu deutschen Winter-Preisen. Papier – 500 Blatt kosten hier einfach 4,90€ und auch bei einem College-Block ist man mit 3€ dabei. Gut, dass ich kein Papier brauche.

Trotzdem habe ich schon jetzt einen sehr positiven Eindruck von Irland oder mehr Cork. Mehrere fremde Leute grüßten mich einfach auf offener Straße und gerade die Höflichkeit, die ich schätze, fehlt hier nicht. Hier entschuldigen sich beide Personen, wenn einer den anderen anrempelt. Ich bin auf die nächsten Tage gespannt und halte euch auf dem Laufenden.

Bye (wie originell),

Carina

 

 

 

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